Integration
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2009 gab es in Dortmund - im Vergleich mit anderen Großstädten/Ballungsräumen mit ungleich höherem Migrantenanteil - deutliche Integrationsdefizite bei Sprache, Bildung, Ausbildung und Beschäftigung.
 
Der bis 2020 mit 22 - 23 % weitgehend stabil bleibende Ausländeranteil (75.000)/ Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund (ca. 130.000 Personen) eröffnete die Chance, auf diesem politischen Sektor mit einer bewussten Schwerpunktsetzung spürbare qualitative Verbesserungen zu erreichen.
 
Dortmund erkannte den kreativen Umgang mit Vielfalt und Differenz als Möglichkeit von Wachstum und Wohlstand. Toleranz und aktive Integration in Bildung und Arbeitsmarkt sind wichtiger Standortvorteil der Westfalenmetropole geworden.
Die wirtschaftliche Kraft der Integration wurde erkannt. Bürger/innen mit Migrationshintergrund haben als Unternehmer und als Arbeitnehmer mit ihrem Wissen und Können Anteil an der prosperierenden Stadt Dortmund.
 
Auf dem Weg, Dortmund zur familien-/kinderfreundlichsten Stadt in NRW zu machen, wurden speziell Migrantenkindern Chancen für ihre schulische und berufliche Entwicklung eröffnet. Durch nachholende Integration wurden die sozialen und beruflichen Möglichkeiten der Migranten verbessert, die schon vor Jahren nach Dortmund gekommen waren.
 
Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein gesellschaftliches Miteinander. Der ab 2009 entwickelte „Dortmunder Konsenses für Integration“ stellt eine Gesamtstrategie dar, die ständig justiert und evaluiert, mit zahlreichen Partnern entworfen und umgesetzt wurde.
Leitbild des Dortmunder Konsenses für Integration ist die Sprache als der Schlüssel für eine gelungene Integration.
 
Eine gezielte Sprachförderung für Neu- und Altzugewanderte von Kursen in den Kindertageseinrichtungen bis zur Erwachsenenbildung wurde umgesetzt. In Ergänzung zu bundesfinanzierten Kursen wurden kommunale Alphabetisierungskurse und spezielle Kurse für Mütter mit paralleler Kinderbetreuung angeboten.
Verstärkt wurde der Einsatz von Fachkräften und Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund und die Integrationsarbeit für Migranten mit Migranten.
 
Sprach- und Bildungsförderung beginnt in den Kindertagesstätten. Förderprojekte ganzheitlicher Sprachförderung im Kindergarten unter Einbeziehung der Eltern, städtische Elternseminare und Muttersprachliche Informationsabende gegen Schwellenangst vor Kindergarten und Schule sorgen für eine gelungene Integration von Kindesbeinen an.
 
Schule ist die wichtigste Integrationsinstanz. In Schulen mit hohem Ausländeranteil wurden Theaterpädagogen bei der Sprachförderung eingesetzt. Die Lehrkräfte an den Hauptschulen werden durch kommunale Förderlehrer/-innen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterstützt.
Aber auch muttersprachliche Angebote mit dem Ziel, Jugendlichen weitere Sprachkompetenz zur Verbesserung beruflicher Chancen zu vermitteln, wurden gefördert.
 
Um die Berufliche Integration zu verbessern wurde ein Programm mit dem Ziel die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss zu minimieren, aufgelegt. In Kooperation mit der IHK konnten „Seniorpartner“ gewonnen werden, die insbesondere Hauptschüler für den Einstieg in den Beruf trainieren.
 
Die Integrationskompetenz/interkulturelle Kompetenz der Verwaltung wurde deutlich verbessert. Die Fertigstellung des „Dienstleistungszentrum Ausländer“ in 2009 diente als Startschuss für entsprechende interkulturelle Trainings der Bürgerdienste mit dem Ziel, kulturelles Verständnis und das Angebot gleichwertiger Qualität der städtischen Dienstleistungen zu gewährleisten.
 
Integration und Teilhabe in den Stadtteilen wurde vor Ort in Sportvereinen, Begegnungsstätten, Kindertagesstätten, Schulen und politischen Gremien verbessert. Die städtische Wohnungspolitik schafft angemessene Wohnverhältnisse für alle und unterstützt speziell ausländische Familien beim Finden geeigneter Wohnungen. Segregation und Ghettobildung einzelner Stadtquartiere wurde entgegengewirkt.
 
In einem Religiösen Dialog wurde ein „Runder Tisch der Religionen in Dortmund“ mit dem Ziel der Tolerierung des aus dem Selbstverständnis der Religionen resultierenden Wahrheits- und Absolutheitsanspruch entgegengesetzt. Weitere Ziele waren: Dem sozialem Unfrieden im Namen einer Religion entgegenzuwirken, die Einbindung der Religionsgemeinschaften in die besondere Verantwortung für das Zusammenleben in der Stadt zu fördern und die Organisation von Begegnungen und Dialogen/Mitwirkung bei der Integrationsarbeit (Schule, Arbeitsplatz etc.) verpflichtend zu machen.
Aktiv und im Sinne einvernehmlicher Regelungen positiv eingebracht hatte sich der interreligiöse „Runde Tisch“ erstmals nach seiner Gründung 2009 bei der Lösung der problematischen Frage von Moscheebauten in Dortmund. In Zusammenarbeit mit Planungsverwaltung, Kirchengemeinden, örtlichen Bezirksvertretungen, Moschee- und Kulturvereinen war es ab 2010 erstmals gelungen, zahlreiche der illegal errichteten Moscheen in ungeeigneten störenden Hinterhoflagen zu schließen und die Religionsausübung der Muslime in Dortmund an verkehrsgünstig gelegene, integrierte und nicht störende Standorte in zentralen Räumlichkeiten umzusiedeln. Auch bei der Aushandelung nachbarschaftsverträglicher Regelungen (Muezzinruf, Höhe der Minarette, Vermeidung von Nachbarschaftskonflikten zu christlichen Friedhofsanlagen etc.) bzw. der Vereinbarung von „Betriebszeiten“ angelagerter Gemeindeaktivitäten hat sich das Gremium zwischenzeitlich als moderierende Kraft in interkulturellen Konfliktsituationen bewährt.
 
Der Ausländerbeirat wurde durch einen „Internationalen Ausschuss“ ersetzt, der qualifizierte Beratung der gewählten Gremien in relevanten Fragen der Integration leistet und aus örtlich anerkannten Experten für Integrationsfragen aus allen Lebensbereichen (Sicherheit, Sport, Gesundheit, Bildung/Ausbildung, Arbeitsmarkt und Interreligiöser Dialog) besteht.




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